ARBEITSKREIS HEIMISCHE ORCHIDEEN HAMBURG  

Orchidee des Jahres 2007

 

Nigritella nigra subsp. rhellicani (Teppner & E. Klein) H. Baumann, Künkele & R. Lorenz (Schwarzes Kohlröschen)

 

Das Schwarze Kohlröschen wurde am 23. Oktober 2005 von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen in Deutschland zur Orchidee des Jahres 2007 gewählt. Mit der Wahl der Orchidee des Jahres soll anhand von einzelnen Arten auf deren Gefährdung und Schutz aufmerksam gemacht werden.

     

Blütenstand von Nigritella nigra subsp. rhellicani (Schwarzes Kohlröschen)

Habitus von Nigritella nigra subsp. rhellicani (Schwarzes Kohlröschen)

Das Schwarze Kohlröschen wurde erstmals 1753 von dem schwedischen Naturforscher Carl von Linné als Satyrium nigrum beschrieben. Ausgang dafür bildete skandinavisches Material. Heute wird dieses Schwarze Kohlröschen als Nigritella nigra (L.) Rchb. f. subsp. nigra bezeichnet und kommt in Deutschland nicht vor. Auf deutschem Gebiet unterscheidet man seit neueren Untersuchungen die beiden Unterarten Nigritella nigra subsp. austriaca Teppner & E. Klein und Nigritella nigra subsp. rhellicani (Teppner & E. Klein) H. Baumann, Künkele & R. Lorenz.

Verbreitet ist das Schwarze Kohlröschen Nigritella nigra subsp. rhellicani in Deutschland ausschließlich in den Alpen Südbayerns. Dort kommt es auf mageren Bergwiesen wie kalkhaltigen Blaugrasrasen und silikathaltigen Borstgrasrasen in Höhen von 1 200 bis 2 350 m vor.

Die Pflanzen werden bis zu 20 cm hoch und haben grasartige, rinnige Blätter. Der Blütenstand ist kegel- bis eiförmig und hat schwarzpurpurne bis rotbraune Blüten, die intensiv nach Vanille oder Kakao duften. Selten findet man auch Farbvarianten mit gelblich bis rosa gefärbten Blüten. Die Blüten sind nicht gedreht (resupiniert), wodurch die Lippe nach oben gerichtet ist. Dies ist nicht besonders häufig, da bei den meisten Orchideen während der Blütenentwicklung eine Drehung (Resupination) des Fruchtknotens stattfindet, wodurch die Lippe nach unten gerichtet ist. Die Blütezeit liegt je nach Höhenlage zwischen Juni und August, wobei die Hauptblütezeit im Juli liegt.

Gefährdet ist das Schwarze Kohlröschen durch Überweidung und Düngung, sowie durch unzureichende Beweidung, die mancherorts zu einem Aufkommen von konkurrenzstärkeren Arten führen kann. Eine weitere Gefährdung geht von der Erschließung von Skigebieten und durch Trittbelastung aus. Der großräumigen Ausweisung von Schutzgebieten ist es zu verdanken, dass das Schwarze Kohlröschen in Bayern laut Roter Liste als ungefährdet eingestuft wird.

 

Text und Fotos: Claus-Philipp Carstens, AHO Hamburg

Aktualisiert: 2007-01-25 3:26 CET